Dübendorf lässt Stettbach erneut im Regen stehen
By admin ~ October 8th, 2008. Filed under: Verkehr.
Das Entwicklungsgebiet um den Bahnhof Stettbach ist seit vielen Jahren ein Trauerspiel. Über lange Jahre hat Dübendorf seine Raumplanung derart misslich betrieben, dass an der Grenze zu Zürich-Schwamendingen nur Industrie und Grossgewerbebauten errichtet wurden. Von einer gesunden Durchmischung des Siedlungsraumes keine Spur. Nun bietet sich beim Bahnhof Stettbach eine neue Chance. Im Zuge der Realisierung der Glattalbahn, also jener Bahn die Stettbach via Walisellen direkt an den Flughafen anbinden soll, wird auch der Bahnhof Stettbach selber neu gestaltet. Die 2. Etappe der Glattalbahn wird im Dezember eröffnet, der Bau der 3. Etappe schreitet zügig voran. Enden wird diese am Bahnhof Stettbach in Dübendorf. Es sollen Veloabstellplätze geschaffen und der Bahnhof Stettbach zu einer Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr ausgebaut werden. Dies ist auch nötig, rechnet der Verkehrsverbund doch damit, dass Stettbach bis in ca. 15 Jahren zum fünftgrössten Bahnhof des ZVV-Gebietes werde. Alles in allem werden die Bauten am Bahnhof rund 42 Millionen Franken kosten. Davon sollen die Städte Zürich und Dübendorf je 4.4 Millionen Franken übernehmen. Währenddem die Stadt Zürich ihren Beitrag längst ohne nennenswerte Opposition abgesegnet hat, lehnte der Dübendorfer Gemeinderat an seiner heutigen Sitzung seinen Beitrag ab!
Nun ist damit zwar der Ausbau des Bahnhofes nicht verunmöglicht, doch würden die Gemeindebeiträge dazu verwendet um all jenes zu bauen, was nicht absolut betriebsnotwendig ist. Sichere Veloabstellplätze, ein Dach über dem Tram- und Bus-Wartebereich und eine attraktive Platz-Gestaltung müssten fallen gelassen werden ohne die Beiträge der beiden Städte.
Dübendorf lässt uns also buchstäblich im Regen stehen!
Dies wollen die Dübendorfer Gemeinderatsmitglieder der SP jedoch nicht einfach so hinnehmen. Sie beschlossen noch in den Stunden nach dem Parlamentsentscheid, eine Volksinitiative in ihrer Stadt zu lancieren und den 4.4-Mio-Kredit vom Volk beschliesssen zu lassen. Gelingt dies noch in der ersten Jahreshälfte 2009, könnten trotz des Dübendorfer Parlamentsentscheides alle Bauten noch rechtzeitig erstellt werden.
